Wer oder was genau ist eigentlich ein Grenzgänger?

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Grenzgänger...

... wohnen in einem Land und fahren täglich zu ihrer Arbeit in das andere Land. Sie zahlen ihre Steuern dort, wo sie wohnen und nicht da, wo sie arbeiten.

(Hier wird nur auf die steuerliche Definition abgestellt, so wie sie im Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Frankreich festgehalten ist. Schwerpunkt ist der französische Grenzgänger, der in Frankreich wohnt und in Deutschland arbeitet.)

Bestimmte Bedingungen müssen erfüllt werden

Art der Beschäftigung

Es muss ein nichtselbständiges Arbeitsverhältnis mit Lohn oder Gehalt (frz:. travail dépendent) vorliegen. Der Arbeitgeber darf keine juristische Person des Öffentlichen Rechtes sein (Ausnahmen s.u.) Für Leiharbeit gibt es individuelle Regelungen.

Tägliche Grenzüberquerung

Von seinem Wohnort aus überquert der Grenzgänger täglich die Grenze, um zu seiner Arbeitsstätte zu gelangen. Danach erfolgt die Rückkehr zu seiner Wohnung. (Ausnahmen s.u,)

Räumliche Begrenzung

Der Wohnort und die Arbeitsstätte müssen innerhalb einer festgelegten Region liegen.

Diese ist unterschiedlich groß für Grenzgänger von Frankreich nach Deutschland oder von Deutschland nach Frankreich. Erlaubt sind alle Wohnungen in den Départements Moselle (57), Bas-Rhin (67) und Haut-Rhin (68). Die Arbeitsstätten dürfen im gesamten Saarland und in bestimmten Gemeinden in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz liegen. Diese sind hier aufgelistet: http://www.buergerdienste-saar.de/formulare/DBAGrenzgebiet.pdf

oder: http://doc.impots.gouv.fr/aida/Apw.fcgi?ACTION=td&CONTEXT=026271-1320158162-1180&collection=BOI&numero=14B-3-96&REF_ID=XBOI14B-3-96&ERREUR_FILE=erreurLiensProfonds.html

Für Grenzgänger von Deutschland nach Frankreich ist die Region kleiner. Sie umfasst alle Gemeinden und communes, die -wenn auch nur mit einem Teil ihres Gebietes- nicht weiter als 20km Luftlinie von der Grenze entfernt sind.

Ausnahmen und Besonderheiten

Arbeitgeber

Obwohl der Arbeitgeber eine juristische Person des öffenlichen Rechts ist (z.B. Bund, Land, Gemeinden, Universität,), kann ein dort Beschäftigter dennoch Grenzgänger sein, wenn er die Nationalität seines Wohnlandes, jedoch nicht die Nationalität des Arbeitslandes hat oder, wenn der Arbeitgeber zwar eine Person des öffentlichen Rechts ist, aber mit Gewinnerzielung gewerblich tätig wird. (z.B. Sparkassen)

Täglich ins andere Land und zurück

An maximal 45 Arbeitstagen im Jahr sind Ausnahmen gestattet. Ein Grenzgänger darf da außerhalb der Region arbeiten oder nicht nach Hause zum Übernachten zurückkehren.

Weiterer Wohnsitz

Ein weiterer Wohnsitz im Arbeitsland -besonders der 2. Wohnsitz in Deutschland- ist nicht erlaubt und führt zur Aberkennung des Grenzgängerstatus.


Links

Steuern in Frankreich:

Steuerberechnung in Frankreich:

Doppelbesteuerungsabkommen juristischer Text:

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