Fahrzeuganmeldung / -ueberfuehrung nach Frankreich

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Fahrzeug von Deutschland nach Frankreich ummelden

Dieser Artikel beschreibt, wie man ein Auto von Deutschland nach Frankreich überführt und anmeldet. Eine Ummeldung innerhalb Frankreichs, zum Beispiel durch einen Wohnortwechsel, ist deutlich einfacher und wird hier beschrieben.

Dokumente

Man benötigt diverse Dokumente um die Überführung nach Frankreich durchführen zu können. Einige dieser Dokumente können auch etwas länger brauchen bis man sie hat, deshalb ist es sinnvoll diese Dokumente so früh wie möglich zu besorgen:

Was tun, wenn es den Hersteller gar nicht mehr gibt, schon gar nicht in Frankreich (z.B. Rover)? Über das Internet kann man herausfinden, wer die COC des Herstellers verwaltet und das Dokument dort selbst beantragen oder einen (teuren) Dienst beauftragen. Bei Rover hätte das 180 Euro bei Selbstbeantragung und 240 Euro über einen Dienstleister gekostet. ABER: dieses Dokument ist dann nicht in französischer Sprache. Daher macht es mehr Sinn, alle anderen Unterlagen an die Drire zu schicken. Von dort bekommt man ein Schreiben, an wen man sich in Frankreich wenden muss, um das COC zu bekommen. Bei Rover war dies eine Adresse in Paris. Dort schickt man einen Scheck (einzige Zahlungsweise!) hin (bei Rover 188 Euro) und erhält dann in 2-4 Wochen das Dokument. Dieses muss im Original zur Drire geschickt werden. Die Bearbeitungszeit bei der Drire beträgt 1-2 Wochen; dort wird entschieden, ob das Dokument anerkannt wird: wenn ja, dann schickt die Drire alle Unterlagen wieder zurück und man kann das Fahrzeug bei der Prefecture oder Sous-Prefecture zulassen; wenn nein, dann muss man bei der Drire mit dem Fahrzeug vorfahren (was meist lästig ist, weil jede Versicherung bis dahin abgelaufen ist ...).

Für Fahrer von Dienstwagen: hier wird es zunehmend schwerer, eine Bescheinigung der Versicherung zu bekommen (geht alles über Broker). Allerdings lehnen viele französische Versicherer die Bescheinigung des Arbeitgebers über unfallfreies Fahren ab!

Achtung: Das System der Schadensfreiheitsklasse bzw. Prozente ist anders geregelt als in Deutschland! Man fängt dort tatsächlich bei 100% an und geht im Laufe der schadensfreien Zeit um einen gewissen Prozentsatz jährlich nach unten (Min. 50%). Wenn man seine Prozente aus Deutschland mitnimmt berechnet der Versicherungsagent dann den entsprechenden Schadensfreiheitsrabatt für Frankreich.

Wichtig: man kann das Fahrzeug erst versichern, wenn es zugelassen ist. Fast alle Banken bieten Autoversicherungen an.

Anmerkung: Wenn der Wagen finanziert wird, behält die Autobank in Deutschland den Brief als Sicherheit bis zur Rückzahlung des Darlehens. Eine Ummeldung ohne Brief ist nicht möglich.

Falls es sich um einen Privatverkauf/Schenkung handelt, so kann dieser französische Muster-Kaufvertrag verwendet werden.

Von allen Dokumenten am besten gleich 2 Kopien machen, da manche Stellen Kopien brauchen und selbst keine Kopien anfertigen. Es wird erwartet, daß man die Kopien bereits dabei hat. Sicherheitshalber auch Kopien vom alten Deutschen Brief und Schein anfertigen, bevor Sie loslegen.

Da die Préfecture erfahrungsgemäß immer die Originale der Zulassungsdokumente (Kfz-Schein, Kfz-Brief, COC-Dokument) einbehält, empfiehlt es sich, auch für sich selbst davon jeweils Kopien anzufertigen. Diese sind bei einem event. Verkauf des Fahrzeuges in ein EU-Land oder auch beim Werkstattbesuch (wg. der diversen Schlüssel-Nummern, die auf der Carte Grise nicht mehr draufstehen) von grossem Vorteil.

Während des Ablaufs erhält man dann noch weitere Dokumente:

In der Sous Prefecture (Forbach) ist zunächst eine Nummer zu ziehen, diese wird zweimal aufgerufen - einmal für die Beantragung der Carte Grise, das zweite Mal um an der Kasse zu bezahlen. Benötigt werden Fahrzeugbrief (Original), Fahrzeugschein (mit Abmeldestempel/Original), COC (Original+Kopie), Wohnsitznachweis, Ausweis, Antrag Cerfa 13750-01, Quitus Fiscal sowie der Kaufvertrag des Fahrzeugs (Original+Kopie).

Falls der Wagen älter als 4 Jahre ist:

Man kann die ganze Prozedur allgemein an einem Tag bewerkstelligen, denn im Französischen Finanzamt sowie auf der französischen Prefecture sind die Vorgänge wohl geordnet und nicht so mühsam wie in Deutschland. Das nennt man Dienstleistung am Bürger!

Bei der Préfecture in Forbach ist einer Grafik auf dem Empfangstresen zu entnehmen, an welchen Tagen welche Besuchsfrequenz besteht - dort ist z.B. der Dienstag vormittag sehr günstig.

Ablauf

Falls man die gesamte Ummeldung nicht an einem Tag durchführen kann oder will, das Auto aber zwischendurch auch fahren will während dem "Anmeldeprocedere": Es gibt so genannte Überführungskennzeichen (s. weiter unten)

Tipp: Fahrzeug erst vor dem Gang zur Sous Préfécture abmelden, vorher ist es nicht notwendig und man kann alle Fahrten noch mit diesem Fahrzeug machen, insbesondere die Contrôle Technique.

  1. EU-Konformitätsbescheinigung des Wagens für Frankreich besorgen (Dokument A), erhält man entweder bei einem Händler oder direkt in der Landesniederlassung des Herstellers in Deutschland. Am besten sehr frühzeitig, da die Beschaffung mehrere Wochen dauern kann.(kostet bei Ford France z.B. 119,60€´) Tipp: Bei der französischen DRIRE vorsprechen. Dort werden Fahrzeuge aus dem Ausland für die Anmeldung in Frankreich vorbereitet. Die DRIRE legt auch fest, welche Fahrzeuge eine EU-Konformitätsbescheinigung brauchen. Die meisten Fahrzeuge brauchen keine. Also zuerst zur DRIRE! (Bemerkung: man kann das auch auf dem Postweg erledigen)

(Hinweis: Ich hatte bei der DRIRE in Mulhouse nachgefragt; die wollten von Fahrzeugen, die kein COC-Dokument benötigen, nichts wissen. Dort hieß es, man muss immer erst ein COC-Dokument beantragen. Die DRIRE sei nur für Fahrzeuge zuständig, die keinerlei Bescheinigung erhalten.)

  1. Auto in Deutschland abmelden (50€) -> man erhält Dokument C! (manche Zulassungstellen berechnen deutlich weniger, z.B. Saarbrücken 5,90€)
  2. Mit den Dokumenten B und C kann man dann schon mit der Versicherung in Frankreich Kontakt aufnehmen um den Wagen schon vorab zu versichern, damit er gegen Diebstahl geschützt ist. Man muß nicht wie in Deutschland bereits vorher eine Versicherung abgeschlossen haben. (Bemerkung: ich hatte mit mehreren Versicherungen telefoniert: alle haben klar gesagt, dass man das Fahrzeug erst versichern kann, wenn es zugelassen ist und man eine Carte grise hat). Die Zulassung erfolgt gänzlich unabhängig von einer Versicherung. Ein Problem könnte sein, daß die Autonummer angegeben werden muß, die man vor der Anmeldung ja noch nicht besitzt. Hier kann vorerst auch die letzte Autonummer in Deutschland angegeben werden. Manche Versicherungen machen dies für 4 Wochen um einen Übergang zu gewährleisten. Damit darf man zwar nicht rumfahren, aber man hat zumindest mal die Versicherung und das Auto ist diebstahlversichert. Innerhalb der folgenden 4 Wochen muß man dann aber den untenstehenden Ablauf erledigt haben.
  3. Mit allen Dokumenten außer Dokument B zu dem zuständigen Finanzamt. Dort muss man sich einen Quitus Fiscale (Dokument I) ausstellen lassen. Den braucht man, wenn man zur (Sous-)Prefecture geht.
  4. Jetzt geht's zur (Sous-)Prefecture, mit allen Formularen, auch mit Dokument I, das man auf dem Finanzamt gerade erst bekommen hat. Dort füllt man Dokument J aus. Zeit auf der Sous-Prefecture einplanen, da können wie auf der deutschen Zulassungsstelle auch schon mal 50 Leute vor einem dran sein. Können auch nur 5 sein, das hängt von Tag und Wetter ab :).
    1. Ist der Wagen älter als 4 Jahre? Man erhält eine provisorische "carte grise" auf der (Sous-)Prefecture. Diese provisorische "carte grise" gilt 2 Wochen. Da steht eine Nummer drauf, mit der man sich Schilder machen lassen kann, mit denen man in Frankreich fahren kann (möglicherweise aber noch nicht nach Deutschland. Falls benötigt, sollte man auf dem Amt nachfragen!). Dann muss der Wagen zur Controle Technique, dem franz. TÜV, z.B. einem "Autosur" (Kosten : 53 €), (z.B. Forbach nähe Cora)
    2. Ist der Wagen nicht älter als 4 Jahre oder man hat die Bescheinigung der Controle Technique bereits in Händen? Man erhält direkt die "Carte grise".Die Carte grise ist das Pendant des Briefes. Es gibt in Frankreich keine Unterscheidung zwischen Zulassung und Brief. Das bedeutet auch, dass man die Carte grise immer dabeihaben muss! Tipp: Wenn der Wagen älter als vier Jahre ist, direkt zur französischen Contrôle Technique fahren, geht übrigens auch hervorragend, wenn das Fahrzeug noch in Deutschland zugelassen ist.
  5. Hat man die Carte grise endlich in Händen, dann lässt man sich Schilder machen (z.B. Nähe Forbach im Cora neben dem Eingang bei der Cafeteria ist ein Schildermacher). Die Nieten gibt's dort auch. Man kann auch zu einem Autohändler bzw. einer Werkstatt gehen, die machen meist auch Schilder und befestigen sie dann auch gleich.
  6. Jetzt hat man endlich eine korrekte Nummer. Damit kann man zur Versicherung und eine Haftpflichtversicherung abschließen. Wer bereits vorher bei der Versicherung war und eine vorläufige Abgeschlossen hat, muß der Versicherung noch die neue Autonummer mitteilen, damit man eine aktualisierte Police erhält.
  7. Von der Versicherung bekommt man eine Versicherungskarte, von der man eine Ecke abtrennen kann. Diese (quadratische) Ecke muß sichtbar an der Frontscheibe (rechts unten) befestigt sein. Im Internet kursieren immer noch Gerüchte, diese "Vignette" müsste auf der Rückseite unterschrieben sein. Dieses Gerücht stammt jedoch aus einer Scherzmail! (s. hier). Dagegen muss man die große grüne Versicherungskarte immer mitführen, und die muss unterschrieben sein!

Kosten

Als Anhaltspunkte:

|bis 3,5t und ünger als 10 Jahre|bis 3,5t und älter als 10 Jahre sowie Motorräder, LKW, Busse und PKW ab 3,5t und jünger als 10 Jahre|ab 3,5t und älter als 10 Jahre |CV * 32€|CV * 16€|CV * 8€

Ein Zafira jünger als 10 Jahre, unter 3,5t, 150 PS und damit CV 9 kostet 288€. Hinzu kommen 4€ Ausstellungsgebühr.

|CO2 pro km|Steuer pro Gramm |bis 200g|kostenlos |201-250g|2€ pro Gramm über 200g |ab 251g|4€ pro Gramm über 250g

Beispiel: 240g -> 2€ * 40 = 80€; 260g -> 2€ * 50 + 4€ * 10 = 140€

Bsp: Für ein Fahrzeug, dass 2012 in Deutschland die Erstzulassung hatte, und dessen Öko-Steuer 200 EUR in 2012 betragen hätte, fallen bei einer Überführung nach Frankreich in 2014 noch 160 EUR an. --> 200 EUR - 2x (10% von 200 EUR) = 160 EUR

|CO2 pro km|Steuer

|bis 160g|kostenlos

|161-165g|200€

|166-200g|750€

|201-250g|1600€

|ab 251g|2600€

Diese angegebenen Kosten sind nicht mehr aktuell, sie ändern sich von Jahr zu Jahr.


Überführung eines gekauften Gebrauchtwagens von Deutschland nach Frankreich

Beim Kauf des Fahrzeugs unbedingt an das COC-Dokument (s. Dokument A) und eine Rechnung mit Quittung (s. Dokument G/H) denken!


Falls man nicht alles an einem Tag erledigen will bzw. der Gebrauchte nicht direkt hinter der Grenze gekauft wurde, benötigt man zur Überführung des Autos nach Frankreich ein Ausfuhrkennzeichen. Man bekommt es bei jeder deutschen Zulassungsstelle und es ist 15 Tage gültig (Gebühr ca. 34 Euro). Zur Beantragung braucht man:

Hinweis: So genannte "Kurzzeitkennzeichen" (mit einem gelb unterlegten "Ablaufdatum") sind zwar günstiger, werden aber von Frankreich nicht offiziell anerkannt!

Kauf eines Neuwagens in Deutschland und Zulassung in Frankreich

Die Zulassung eines Neuwagens geht analog zur Zulassung für einen Gebrauchtwagen (es gibt noch keinen KFZ-Schein). In D bezahlt man für das Auto den Preis ohne MWST, in Frankreich ist dann im Hotel des Impots die französische MWst zu entrichten (TVA) 19,6%. Wichtig ist, zu bedenken, dass im Hotel des impots nur Bargeld oder von der Bank ausgestellter chèque certifié (bestätigter Scheck)angenommen wird. Normale Schecks werden nicht angenommen.


Adressen

Forbach

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